Management Alliance GmbH

Risikomanagement erfordert Monitoring

Die ständigen und kurzfristigen Änderungen von Gesetzen und Verordnungen stellen ein zunehmendes Risiko für Unternehmen dar. Denn diese können die stetigen Neuerungen kaum noch überblicken. Ein konsequentes Monitoring relevanter Änderungen sollte deswegen unbedingt in das betriebliche Risikomanagement integriert werden.

Bei Baker Tilly betreuen wir viele börsennotierte Unternehmen und Konzerne und beobachten, wie komplex es für sie wird, sich an die sich immer wieder ändernden gesetzlichen Anforderungen anzupassen. Jährlich ändern sich mittlerweile zahlreiche Gesetze und Verordnungen für Unternehmen.

Zum 2. Februar 2022 haben in Deutschland 1.773 Gesetze mit 50.738 Einzelnormen gegolten. Gleichzeitig galten zum selben Stichtag 2.795 Rechtsverordnungen mit 42.590 Einzelnormen. Zum Vergleich: Zum 1. Januar 2010 galten 1.668 Gesetze mit 43.085 Einzelnormen und 2.655 Rechtsverordnungen mit 36.850 Einzelnormen. Diese Zahlen listet die Bundesregierung in einer Antwort (20/721) auf eine Kleine Anfrage einer Bundestagsfraktion (20/567) auf.

Zentralisierung minimiert Risiko

Für Unternehmen ist es riskant, die Verantwortung für das Monitoring dieser Änderungen einzelnen Abteilungen zu überlassen. Dafür treten Gesetzes- und Verordnungsänderungen viel zu häufig ein, noch dazu bei steigender Komplexität.

Wie unsere Erfahrung zeigt, liegt das Risiko beim Monitoring oft im verschiedenartigen Verständnis der Beteiligten. Zum einen legt nicht jede Abteilung den Fokus auf die Änderungen von Gesetzen und Verordnungen. Zum zweiten kann es Abstimmungsprobleme geben und es ist schwer festzulegen, wer für welche Änderungen oder Bereiche zuständig ist. Eine solch fragmentierte Herangehensweise kann dazu führen, dass relevante Änderungen übersehen oder nicht angemessen berücksichtigt werden. 

Daher empfiehlt es sich, ein zentrales Monitoring für Gesetzes- und Verordnungsänderungen einzuführen. Dieses zentrale Monitoring-System kann die Aufgabe übernehmen, alle relevanten Änderungen zu identifizieren und die betroffenen, zuständigen Abteilungen darüber zu informieren. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass alle im Unternehmen stets über aktuelle rechtliche Anforderungen informiert sind und die Umsetzung oder Anpassung koordiniert wird. Dies trägt dazu bei, Risiken zu minimieren und die Compliance zu gewährleisten.

Bußgelder und Strafen vermeiden

Ohnehin sind Risikomanagement und Risikoanalyse im Unternehmen heute viel weitreichender zu fassen als in der Vergangenheit, was unter anderem an den deutlich gestiegenen Bußgeldern und Strafen bei Nichteinhaltung gesetzlicher Vorschriften liegt.In einer zunehmend komplexeren und sich ständig verändernden rechtlichen Landschaft sollten Unternehmen schon allein deswegen stets über aktuelle Gesetzes- und Verordnungsänderungen informiert sein. In diesem Sinne hilft das Monitoring von Gesetzesänderungen und Verordnungsänderungen, Compliance-Verstöße zu vermeiden.

Eine umfassende Risikobewertung und Risikomanagementstrategie muss demzufolge heute nicht nur die traditionellen geschäftlichen Risiken berücksichtigen, sondern genauso rechtliche Gefahren, die sich aus sich ändernden Vorschriften ergeben können.

Ansehen schützen und Erfolg sichern

Mithilfe eines effektiven Monitorings von Gesetzesänderungen sind Unternehmen in der Lage, frühzeitig auf neue Anforderungen zu reagieren, ihre Prozesse anzupassen sowie potenzielle Risiken rechtzeitig zu erkennen und abzuwenden. Dadurch können sie nicht nur finanzielle Verluste durch Bußgelder und Strafen vermeiden, sondern auch ihr Ansehen schützen und langfristigen Erfolg sichern.

Zusätzlich zu den finanziellen und rechtlichen Risiken ist vor allem auch aus Sicht des Internen Kontrollsystems (IKS) ein Monitoring der Gesetzes- und Verordnungsänderungen unerlässlich. Das IKS dient dazu, die Effektivität und Effizienz der Geschäftsprozesse zu gewährleisten, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung zu sichern und die Einhaltung geltender Gesetze und Vorschriften zu garantieren.

Da sich die gesetzlichen Anforderungen ständig ändern, müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihr IKS kontinuierlich aktualisiert wird, um die stetig eintretenden Neuerungen zu berücksichtigen. Ein konsequentes Monitoring von Gesetzesänderungen ermöglicht es Unternehmen, ihr IKS entsprechend anzupassen und somit dafür zu sorgen, dass alle relevanten rechtlichen Anforderungen erfüllt werden. Potenzielle Risiken können frühzeitig erkannt und angemessen adressiert werden. Durch die Integration des Monitorings von Gesetzes- und Verordnungsänderungen in das IKS wird insgesamt die Compliance verbessert und die Organisation ist besser gerüstet, um mögliche negative Auswirkungen von Gesetzesverstößen zu vermeiden.

Autoren:

Matthias Winkler, Steuerberater, Fachberater für Internationales Steuerrecht, Partner im Regensburger Büro der Steuerberatungsgesellschaft Baker Tilly
https://www.bakertilly.de/mitarbeiter/matthias-winkler.html

Yuliya Merget, Wirtschaftsprüferin, Steuerberaterin, Director bei Baker Tilly in München
https://www.bakertilly.de/mitarbeiter/yuliya-merget.html

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