• Gabriele Bornemann

Mehr Sicherheit durch Klarheit im neuen Kodex

Die Unabhängigkeit des Aufsichtsrates ist einer der Dauerbrenner in der Gremienarbeit. Schnell befinden sich Mitglieder in einem Konfliktfeld zwischen  Unabhängigkeit und einer angemessenen Vertretung der Eigentümerinteressen.

Das Problem: Häufig fehlte Klarheit. Dies mündete oft in rein vorsorglichen Abweichungen in der Entsprechenserklärung. Der neue DCGK schafft in diesem Punkt Abhilfe.

Mehr Klarheit in Ziffer C.7 des DCGK In Ziffer C.7 des DCGK heißt es: „Mehr als die Hälfte der Anteilseignervertreter sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein.“

Wie die Unabhängigkeit zu interpretieren ist, dazu gibt ebenfalls Ziffer C.7 Auskunft:

„1. Kriterien der Unabhängigkeit betreffen das AR-Mitglied selbst oder einen nahen Familienangehörigen des AR-Mitgliedes

2. Als abhängig gelten a) Personen, die in den zwei Jahren vor der Ernennung Mitglied des Vorstands der Gesellschaft waren, b) Personen, die aktuell oder in dem Jahr bis zu seiner Ernennung direkt oder als Gesellschafter oder in verantwortlicher Funktion eines konzernfremden Unternehmens eine wesentliche geschäftliche Beziehung mit der Gesellschaft oder einem von dieser abhängigen Unternehmen unterhält oder unterhalten haben (z.B. als Kunde, Lieferant, Kreditgeber oder Berater), c) wer ein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds ist oder  d) wer dem Aufsichtsrat seit mehr als 12 Jahren angehört. „

Quelle: www.dcgk.de

Abweichungen zu Ziffer C.7 sind erläuterungspflichtig Der neue DCGK stellt klar: Die Gesellschaft kann selbst entscheiden, wen sie als unabhängig einschätzt oder nicht. Der Kriterienkatalog gemäß Ziffer C.7 ist lediglich ein Prüfrahmen. 

„Sofern ein oder mehrere der in Empfehlung C.7 genannten Indikatoren erfüllt sind und das betreffende Aufsichtsratsmitglied vom Unternehmen dennoch als unabhängig angesehen wird, soll dies in der Erklärung zur Unternehmensführung begründet werden.“ (Ziffer C.8)

Die Sonderrolle in Bezug auf den kontrollierenden Aktionär Die Vertretung der Eigentümerinteressen im Aufsichtsrat ist ein legitimes Anliegen. Auch in diesem Punkt schafft der Kodex Klarheit.

Wenn der Aufsichtsrat mehr als sechs Mitglieder hat, sollen zwei Mitglieder des Aufsichtsrates auf der Anteilseignerseite als unabhängig gelten.

Wenn der Aufsichtsrat weniger als sechs Mitglieder hat, soll ein Mitglied des Aufsichtsrates auf der Anteilseignerseite als unabhängig eingestuft werden.

Mit dieser Konkretisierung sind auch die bisher bestehenden Interpretationsspielräume in Bezug auf den kontrollierenden Aktionär geklärt. Damit folgt der Kodex seinem Anspruch, eine klare Leitlinie guter Unternehmensführung zu definieren

8 Ansichten
Unsere Adresse: Gärtnerstraße 6 | 45128 Essen
Tel: +49 201 50 77 20 91
© 2019 Management Alliance Alle Rechte vorbehalten
  • xing
  • LinkedIn Social Icon