Management Alliance GmbH

Behind the Scenes: Dr. Thomas Meiers

Dr. Thomas Meiers ist seit Oktober 2020 als Chief Governance and Legal Officer von SEAT S.A. und CUPRA in Spanien tätig und seit März 2021 Mitglied des Board of Directors der SEAT:CODE. Vor seinem Wechsel hatte er verschiedene Führungspositionen bei Volkswagen AG, Italdesign, MAN Truck & Bus und GE Healthcare inne. Er begann seine Karriere bei der internationalen Anwaltskanzlei Freshfields. Privat und beruflich setzt er sich für Diversität und LGBTIQ-Rechte ein. Der Lehrgang „Qualifizierter Aufsichtsrat“ bei der Management Alliance GmbH gibt Meiers eine gute Basis für seine derzeitige und künftige Aufsichtsratsarbeit. Dass die jungen Strukturen bei seinem ersten Mandat auch Impulse für sein Tagesgeschäft liefern, ist ihm sehr willkommen.

 

Was war Ihr Antrieb, sich als qualifizierter Aufsichtsrat zertifizieren zu lassen?

Ich habe seit März 2021 ein Aufsichtsratsmandat bei der jungen SEAT-Tochter SEAT:CODE, die sich ausschließlich mit digitalen Produkten beschäftigt – also mit etwas vollständig anderem als dem, was im Volkswagen-Konzern (noch) das Kerngeschäft ist, nämlich Entwicklung, Produktion und Verkauf von Autos.

Meine erste Aufsichtsratstätigkeit wollte ich mit einem Zertifikat und entsprechenden Skills untermauern, die sich stark an den aktuellen Herausforderungen an Aufsichtsrät*innen orientieren. SEAT:CODE ist wie ein Start-up aufgestellt – mit entsprechend flachen Strukturen, kurzen Abstimmungsprozessen, einer hohen Transparenz und einer sehr engen Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat. Diese Kultur und die besondere Agilität gefallen mir sehr gut. Sie regen mich an, die Synergien für meine Arbeit in der Mutterfirma SEAT, S.A. zu nutzen.

 

Was sind aus Ihrer Sicht derzeit die größten Herausforderungen in der Aufsichtsrats-Arbeit?

Viele Branchen, nicht zuletzt die Automobilindustrie, stehen vor enormen Transformationsprozessen. Was für die Digitalisierung gilt, trifft auch auf Nachhaltigkeit zu: Beide Aspekte werden uns dauerhaft herausfordern, und das ist auch gut so. Ich persönlich sehe in der nachhaltigen Entwicklung von Unternehmen – deren Strukturen, deren Mission etc. – enorme Chancen. Diese komplexen Prozesse fachkompetent, bedacht und mutig auf den Weg zu bringen und zu begleiten, ist eine der größten Herausforderungen für Unternehmerinnen heute. Unsere Aufgabe als Aufsichtsrätinnen ist es, mit unserer Expertise und mit Verantwortung zu schauen, dass dies im Sinne der Unternehmensziele umgesetzt wird.

Beobachten kann ich auch, dass die Verantwortung, die Aufsichtsrät*innen persönlich tragen müssen, wächst. Hier empfehle ich, sich über Trainings bzw. Fachmedien kontinuierlich auf dem Laufenden zu halten.

Was sind für Sie die wichtigsten Erfolgsfaktoren in der Aufsichtsrats-Arbeit?

Ich bin überzeugt davon, dass divers aufgestellte Aufsichtsräte am Ende automatisch bessere Ergebnisse liefern, auch wenn der Weg dahin etwas beschwerlich verläuft. Aber das ist normal und wichtig. Denn je mehr unterschiedliche Ansichten es gibt, umso mehr und tiefergehend werden die Themen diskutiert. Das funktioniert in Aufsichtsräten heute bereits gut. Immer wieder mal die Perspektive wechseln! In den klassischen Strukturen wird noch viel zu sehr über interne Themen diskutiert, anstatt über externe.

Auch halte ich es für absolut förderlich, Aufsichtsrät*innen aus verschiedenen fachlichen Bereichen einzubinden. Bei uns als klassischem Industrieunternehmen ist der Blick eines industriefernen Menschen förderlich, um neue Impulse zu erhalten.

Wie lautet Ihr persönlicher Tipp für erfolgreiches Netzwerken in der Aufsichtsrats-Community?

Wenn Sie als Aufsichtsrat bzw. Aufsichtsrätin wahrgenommen werden wollen, ist Netzwerkarbeit essentiell. Ich bin in den sozialen Netzwerken recht aktiv, vor allem auf LinkedIn, und spreche dort ab und an Kontakte auch direkt an, um mit ihnen in einen fachlichen Diskurs zu treten.

Darüber hinaus baue ich sehr viele, ausgezeichnete Kontakte über Themen auf, die mich persönlich interessieren, allen voran Diversität und Sustainability. Ich empfehle Ihnen also: Seien Sie aktiv in den sozialen Netzwerken und positionieren Sie sich mit Themen, die Ihnen am Herzen liegen, bei denen Sie ihre Kompetenz und Haltung gut einbringen können.

Was wünschen Sie sich für Ihr Aufsichtsrats-Jahr 2023?

Ich wünsche uns, dass die Vorstandsmitglieder*innen, die Geschäftsführer*innen und wir Aufsichtsrät*innen die notwendige Ruhe haben, um mit Erfolg gekrönte Diskussionen zu den großen Zukunftsthemen wie Diversität und Nachhaltigkeit führen zu können. Der Zeitrahmen für die Lösung der Klimafragen ist eng, das wissen wir alle. Deshalb müssen wir heute diese Themen auf unsere Agenda setzen und durchsetzen.

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